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Eine VR Bank trifft die richtige Entscheidung

Banken sind Banken

Nachts sind alle Katzen grau. Banken sind nachts geschlossen, sie sind dafür tagsüber grau. Deshalb werden sie für die Finanzkrise in Kollektivschuld genommen, weil sie in den letzen zwanzig Jahren immer ununterscheidbarer geworden sind. Auch viele Volksbanken Raiffeisenbanken waren in den letzten Jahren in erster Linie Banken und haben ihren genetischen Code weitgehend vergessen.

Wer heutzutage aus der Masse der Banken hervorstechen möchte, braucht mehr als Social Media und mehr als die neusten Technologien, um die Wünsche der Kunden auf allen Kanälen, also sozusagen Omni Channel abzubilden. Und die Filiale oder der Geldautomat an jeder Ecke ist schon lange kein USP mehr.

Zurück zu den Wurzeln

Wenn Volksbanken Raiffeisenbanken ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell entwickeln möchten, dann sollten sie sich wieder mit ihrer Vergangenheit beschäftigen und sich eindeutig vom Wettbewerb differenzieren. Dafür muss man keine altmodische Bank bleiben. Ganz im Gegenteil. Nachhaltiges und wert orientiertes Banking ist hoch modern und Mitgliedschaft ist jener USP, der die genossenschaftliche Bankengruppe einzigartig macht. Dafür muss man nur einen Anfang machen und darüber nachdenken, wie man diese Karte spielen kann.

So wie die VR Bank Kitzingen, die bis 2016 wieder eine reine Mitgliederbank werden will. Schon heute lebt diese Bank das Mitgliedschaftsprinzip beinahe vorbildlich und macht mehr als 80 % des Einlagengeschäftes und mehr als 60 % des Kreditgeschäftes mit ihren Mitgliedern. Dabei ist Mitgliedschaft schon heute viel mehr, als Sonderangebote oder Rabatte bei regionalen Händlern.

Die VR Bank Kitzingen ist ein nachahmenswertes Vorbild für die gesamte Gruppe. Welche Vorteile hätte eine solche reine Mitgliederbank? Ihre Meinung würde mich interessieren.

Artikel aus infranken.de: VR Bank will zurück zu Genossenschaftsmodell

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Stephan

    „Welche Vorteile hätte eine solche reine Mitgliederbank?“ Das würde mich auch sehr interessieren.

    • electrouncle

      Wieso. Die Zahlen von Kitzingen sind doch schon sehr beeindruckend. Außerdem ist das doch eigentlich genossenschaftliches Grundprinzip. Und wenn wenn Mitgliedschaft einen klaren USP bietet, was sie heute in vielen Fällen sicherlich noch nicht tut, dann könnte sich daraus die Basis für ein Geschäftsmodell erarbeiten lassen. Was sind denn die Gründe warum das nicht funktionieren sollte.?

  • Stephan

    Ich glaube wir sprechen etwas aneinander vorbei. Ich habe nicht gesagt, dass es nicht funktioniert. Mir fehlen immer noch die Gründe, der Mehrwert. „Nur“ eine Genossenschaft zu sein und Mitglieder zu haben ist von Hause aus noch kein Vorteil und auch kein USP, wenn man nichts daraus macht.

    Was ist das Geschäftsmodell und was bringt es mir als Kunde, Mitglied zu sein? Etwas ketzerisch gesprochen: „Nur“ ein Mitglied zu sein, das lockt doch heute niemanden mehr hinter dem Ofen vor, wenn daran nicht für mich entsprechende Mehrwerte, die über eine Mitgliederzeitschrift hinaus gehen, gekoppelt sind (die Dividendengeschichte lasse ich jetzt mal bewusst außen vor).

    Mitglied kann ich auch bei Douglas oder Karstadt sein.

    • electrouncle

      Hallo,

      ok verstanden. Ich stimme zu, dass es der Mitgliedschaft heute noch an Strahlkraft als USP fehlt. Aber sie hat deutliches Potential. Mehrwerte ließen sich beispielsweise an Produkte binden. Kontoführungsgebühren günstiger, Überziehungszinsen günstiger als bei anderen Banken, Aufbau von Regional Fonds mit regionalen Investitionen, Entwicklung und Verwendung von Regio Geld nur für Mitglieder. Crowdfunding und -investing Möglichkeiten. Einfluss auf die Investition der Banken. Nachhaltiges Banking. Besondere Beratungsangebote, Mitglieder PFM. Mitgliedschaft generiert einen Vertauensvorteil. Bis hin zu politischer Einflussnahme. Investition in Human Kapital statt in abstrakte Altersvorsorge Produkte. Gerade im crowd sourcing und -finance Bereich läge einiges Potential. Ich denke kreativen Menschen wird hier noch viel mehr einfallen.

      Sicherlich sähe eine solche Bank anders aus. Rendite Möglichkeiten wären begrenzt. Viele Banken würden schrumpfen, aber da muss man sich auch nichts vor machen, dass wird ohnehin kommen (Post Wachstums Gesellschaft) . Eine solche Bank wäre aber deutlich von Deutscher Bank und Co. unterscheidbar und ich wage die These, dass größer werdende Bevölkerungsschichten sowas zu schätzen wüssten. Zumal wir in Sachen Technologie niemals mit anderen Banken und vor allem die zukünftig stärker kommenden Non Banken mithalten könnten.

      • Stephan

        Super, da kommen wir der Sache schon näher. Und das würde ich auch unterschreiben.

        Aber zu sagen, eine VR-Bank trifft die richtige Entscheidung, nur weil sie jetzt eine reine Mitgliederbank werden will, ohne zu wissen, was sie damit anfängt und wie das eigentliche Geschäftsmodell aussieht, das finde ich dann etwas vorschnell.
        Sicherlich, der erste Schritt ist getan, aber der eigentliche USP kommt erst noch, mit den Maßnahmen, die an diesen Schritt gekoppelt sind.

        Warten wir es ab, ich bin gespannt. 😉

        • Boris Janek

          Hallo,

          Schlagzeile halt :-). Aber die Diskussion würde ich gerne mal mit einigen Banken führen und auch mit Kunden und Mitgliedern

          Danke für den Kommentar auch bzw. die Kommentare

          Von meinem iPhone gesendet

  • Carsten Bielert (@sofortkredite24)

    Stellt sich die Frage wie lange diese Ausrichtung, dann wirklich im Interesse der Bank ist. Einerseits schön die Mitglieder mehr einzubeziehen, aber die Bank ist und bleibt ein Unternehmen und will Gewinne erzielen. oder?

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