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Die falschen Fragen

Heute melde ich mich nur ganz kurz zu Wort. Es geht um diese Umfrage: Geschäftspotenziale im Bankenvertrieb vomInstituts für Management- und Wirtschaftsförderung

Die Überschrift einer kurzen Pressemitteilung auf www.all4finance.de fasst die Ergebnisse folgendermaßen zusammen:

Kunden skeptisch gegenüber neuen Geschäftsmodellen von Banken.

Nun kenne ich die vollständigen Studienergebnisse nicht, die im Artikel dargestellten Teilergebnisse berechtigen eigentlich nicht zu dieser Überschrift. Dennoch scheinen die Studien eine willkommen Beruhigungspille für die Banken darzustellen.

So  hält sich  zum Beispiel die Bereitschaft, sich  via iPad oder iPhone zu Wertpapieren beraten zu lassen, mit nur 2,6 Prozent der Umfrageteilnehmer sehr in Grenzen. Genausowenig überzeugend sind wohl Ratenkredite in Dorgerien oder von Privatpersonen über Online Plattformen. Und auch die Akzeptanz Bargeld in Supermärkten oder an Tankstellen Geld abzuholen scheint nicht besonders groß zu sein. Wobei 13 % doch schon eine recht beachtliche Zahl sind und was ich für einen Kredit, den ich in einer Drogerie abschliesse dort kaufen sollte, erschliesst sich mir sowieso nicht. Und natürlich können sich Menschen, die in der Mehrzahl kein ipad oder iphone besitzen auch nicht vorstellen darüber Banking zu betreiben.

Und dann gibt es da noch den folgenden alten Satz von Henry Ford. Sie wissen was kommt:

If I had asked my customers what they`wanted, they would have told me a `faster horse.

Nicht das Sie mich falsch verstehen, ich halte die Einbindung von Verbrauchern bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen, Produkten und Services für sehr wichtig. Aber so dumme, plumpe und die Antwort implizierende Fragen bewirken nichts, außer das Banken sich auf  die Position, der Kunde wolle es ja gar nicht anders zurückziehen. In diesem Falle will man dann auch gerne dem Kundenswunsch entsprechen. Was wiederum dazu führt, dass andere Unternehmen die entscheidenden Innovationen voran bringen und sich diejenigen, die solchen Studienergebnissen trauen, verwundert die Augen reiben werden, wenn das ein oder andere Licht ausgeht. Vielleicht sollte man das Geld für solche Studien sparen und stattdessen mal im Echtzeitweb nachhorchen.

In der Hoffnung, dass bei Ihnen morgen erst mal ein Licht an- statt ausgeht, wünsche ich einen schönen ersten Advent



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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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