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Die den Wandel verhindern

Die den Wandel verhindern

Wir möchten die Zukunft voraussagen und kontrollieren. Man hat uns vermittelt, das es möglich sei. Wir haben es geglaubt, denn es wurde uns pseudowissenschaftlich mit BWL und VWL und mythologisch verpackt, eingetrichtert. Lange sah es auch so aus, als ob es funktionieren könnte. Leider sah es nur so aus. Jetzt sieht es nicht mal mehr so aus.

 

Was machen wir nun? Was machen wir mit jenen Menschen, die besonders daran geglaubt und ihr gesamtes Leben darauf aufgebaut haben. Die damit Karriere gemacht haben und nun in Positionen sitzen bzw. auf Ebenen schweben, die darüber entscheiden, was wir in Zukunft tun? Für sie ist verlernen so schwer und gerade von ihnen hängt so vieles ab?

 

Wenn Sie dem Lernen im Weg stehen, dann wird es schwer in die Zukunft aufzubrechen. Früher gab es Jugendbewegungen und wir waren und wollten Teil davon sein. Jugendbewegungen – davon konnten die Herrschenden ausgehen – waren irgendwann mal vorbei, es sind ja Jugendbewegungen. Nur wenige blieben darin stecken oder richteten sich sogar erfolgreich darin ein. Wer aus seiner Jugend in die Erwachsenen – Welt wechselte, wurde wie seine Eltern, denn erst nach dem langen Marsch durch die Insitutionen oder an die Spitze der Hierarchie konnte wirklich etwas bewegt werden.

 

Und nun ist es anders. Ein 14 jähriger in der Garage kann nun wirklich eine Idee in die Welt bringen, die in kürzester Zeit große Unternehmen vom Markt stößt. Keine Zeit mehr sich vorzubereiten, keine berechtigte Hoffnung auf das Hörner abstoßen. Nun müssen gerade wir Alten lernen und Verlernen. Nur wie?

 

Wandel wird meistens von außen angestoßen. Die Umwelt bzw. das Faktische zwingt uns zum Wandel. Wir sind zum Beispiel schwer krank und müssen uns verändern. Trotzdem gelingt dies sehr häufig nicht. Wir brauchen Vorbilder – oft vergleichbare Menschen, die ähnliche Situationen schon bewältigt haben -, wir brauchen „Community“ und die Chance durch Handeln unsere alten fest abgespeicherten Selbstverständlichkeiten zu überschreiben. Das Unerwartet, ungewollte und unsichere ist eigentlich eine Chance zur kreativen Transformation. Und Handeln lernt man nur durch Handeln.

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Michael May

    Hallo Herr Janek,

    ein treffender Beitrag. Wie sagte der römische Philosoph Seneca einst: „Wie töricht ist es, Pläne für das ganze Leben zu machen, da wir noch nicht einmal Herren des morgigen Tags sind.“

    Technologie ist ein immer mächtigerer Treiber, der unser eigenes Leben und die Gesellschaft massiv beeinflusst. Es wird sich zeigen, ob wir Getriebene oder Gestalter sind. Fest steht für mich, dass viele alte Gewissheiten wohl recht heftig und schnell verschwinden werden.

    Vor knapp einem Jahr habe ich einen kleinen Beitrag dazu geschrieben, der eventuell etwas ungewöhnlich erscheint, Ihren Beitrag aber möglicherweise ergänzt https://mayconsult.wordpress.com/2016/04/07/wer-wenn-nicht-wir/

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