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Blogparade: Social Media im Unternehmen. Darauf kommt es an?

Dr. Klein und die CreditPlus Bank haben eine Blogparade zum Thema “Social Media in Unternehmen gestartet. Ich mache da jetzt mal mit. Stelle diesen Beitrag jedoch unter das Motto. Find your own way (frei nach REO Speedwagon)

Worauf kommt es also an? 

Affen würden Social Media verstehen. Sie würden nicht fragen, worauf es ankommt, weil Social Media für sie ein Werkzeug wäre, um sich einer verändernden und sie herausfordernden Umwelt zu stellen. Das Ziel: Der eigenen Spezies das Überleben sichern. Erkennen Sie aber bitte die Betonung auf überleben der Spezies, denn wer als Spezies überleben möchte, kann nicht alles beim Alten belassen und wird Opfer bringen und Veränderungen akzeptieren müssen.

Unterstellen wir den Affen einmal vernunftbegabtes Handeln. Wie sieht es aber mit den Menschen aus, die sich Organisationen ursprünglich geschaffen haben, um menschliche Probleme besser  lösen zu können. Diese Organisationen- das wissen wir inzwischen – konzentrieren ab einer bestimmten Größe mehr als 80 % ihrer Ressourcen auf den Erhalt des Systems.  Organisationen haben sich ein Stück weit verselbstständigt und den Menschen, die für diese arbeiten, wird das gar nicht mehr bewusst. Nun haben sich die Zeiten aber verändert und alles was gut war (oder gefühlt gut war), ist auf dem Prüfstand.

Für die Organisation selber, viele Mitarbeiter und vor allem für Führungskräfte geht es um Machterhalt, was zumeist gleichzusetzen ist mit Einfluss, mehr Geld, mehr Gehör- und Realisierungschancen. Je grösser die Herde ist, die man auf die oder von der Alm treiben darf, desto grösser ist die Macht. Keine guten Voraussetzungen, um eine Lebenstechnologie im Unternehmen wirken zu lassen, die vor allem für dauerhafte Veränderung, Anpassungserfordernisse und Flexibilität steht. Es trifft also Statik auf Dynamik. Die Dynamik dringt von außen in die Kultur des Unternehmenssystems ein. Möglich macht dies die kollaborative Technologie Internet.

Es ist klar, dass jedes Unternehmen hofft Social Media nutzen zu können, ohne dass etwas verändert werden muss. Kein Wunder also, dass Social Media dann auf die Bereiche Marketing, Kommunikation und PR beschränkt bleibt und der Konsument (nein Mensch) mit Marketing blah, blah und dem was Unternehmen für Dialog halten gelangweilt wird. Im Unternehmen dürfen sich also die sogenannten Kreativen, unterstützt von den anderen Sogenannten (den Social Media Gurus), austoben und Fans sammeln, die dann ähnlich eng an das Unternehmen gebunden sind wie die typischen Erfolgsfans erfolgreicher Fußball Vereine. Also wie ein Wetterfähnchen umschwenken, wenn der Erfolg (im übertragenen Sinne) mal ausbleibt. So verstanden und betrieben,verharrt Social Media dann irgendwann in einem Zustand, der nicht mehr auflösbar ist. Es geht nicht mehr weiter. Außer Spesen nichts gewesen.

Affen bräuchten keine Social Media Gurus. Sie würden intuitiv erkennen, was „social“ bedeutet. Komisch das Menschen, denen wir ja unterstellen soziale Wesen zu sein und die damit immer schon „social“ waren, dies in der Regel nicht erkennen. Für uns sieht erst einmal alles wie ein Nagel aus. Also hauen wir mit dem Hammer drauf. Affen würden ihre immanente Leidenschaft sich miteinander zu vernetzen sofort in die Tat umsetzen. Bei Menschen, die sich in Unternehmen bewegen, müsste man erst einmal nach Voraussetzungen für die Aneignung von Social Media suchen.

Voraussetzungen für Social Media

Eigentlich kann man es sich ganz einfach machen. Ein  Unternehmen hat die besten Voraussetzungen für Social Media, wenn es von jungen Menschen neu gegründet wurde und diese Menschen auf das Internet setzen, um relevante Alltagsprobleme von Menschen zu lösen oder vorhandene Lösungen auf den Prüfstand stellen und damit vorhandene Geschäftsmodelle und Alltagspraxen disruptiv verändern. Die Chancen steigen, wenn sich diese Unternehmensgründer in keinem hoch regulierten Markt bewegen und der Markt nicht von Unternehmen dominiert wird, die gute Kontakte/Verbindungen zur Politik und anderen Institutionen haben, welche die Veränderung aufhalten oder sogar dauerhaft stoppen könnten.

Schlechte Voraussetzungen für Social Media bestehen dagegen, wenn…

…ihr Unternehmen sehr erfolgreich ist und das Management davon ausgeht, dass die Zukunft keinerlei Veränderungen mit sich bringen kann, welche diesen Erfolg gefährden könnten. Motto: Wir brauchen keine Autos sondern schnellere Pferde

… Sie als Führungskraft kurz vor der Rente stehen.

… Sie in einer hoch regulierten Branche agieren und deshalb bestimmte Dinge gar nicht machen dürfen oder glauben diese nicht machen zu dürfen, bzw. diese Dinge, wenn sie diese doch machen würden, ihr persönliches Fortkommen oder gar ihre berufliche Karriere gefährden könnten, weil sie sich nicht in dreijährigen Businessplänen erfassen lassen.

… Sie als  Führungskraft zwar gerne Social Media und die damit automatisch einhergehenden Veränderungsprozesse zulassen würden, aber leider nicht die entsprechenden Mitarbeiter haben, mit denen man dies bewerkstelligen könnte. Was wiederum daran liegen kann, dass in Ihrem Unternehmen keine Querdenker arbeiten oder arbeiten sollen und die entstandene Kultur dies auch nicht zulassen würde. Ihre Mitarbeiter sollen also Dienst nach Vorschrift machen und nicht nachdenken, denn nachdenken und Kommunikation kostet Zeit und bringt den Mitarbeiter ohnehin nur auf dumme Gedanken.

… ergänzend kann man hinzufügen: Die Mitarbeiter Ihrer Branche werden in speziellen, häufig selbst betriebenen Ausbildungsinstituten ausgebildet und dort haben sich die Lehrpläne in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert. Woher sollen die Querdenker also kommen?

… wenn ihre Leistung eher schlecht ist und bei den Menschen oder Kunden nur „Pain Points“ produziert. Sie also mit der Qualitätsmaschinerie des sozialen Internets nicht mithalten können und eigentlich alle Hände voll damit zu tun haben, über ihre Fehler hinwegzutäuschen oder diese mit Marketing blah, blah zu übertünchen

… Ihr Unternehmen oder Ihre Leistung auf der anderen Seite aber leicht digitalisierbar ist.

… Sie Vorbilder und Standards brauchen, es diese aber eigentlich noch nicht gibt. Oder: Sie wollen eigentlich nur so gut wie alle anderen sein oder es so machen wie die Gurus es Ihnen erzählen. Eigentlich müssten Sie aber einzigartig und besonders sein. Aber wer ist das schon?

… wenn die Sharholder Ihre Aktivitäten nicht unterstützen und Investitionen nicht erwünscht sind, weil man vielleicht noch abschöpfen kann

Und es gibt womöglich noch 1000 andere schlechte Voraussetzungen. Aber es geht trotzdem. Sehr wahrscheinlich muss es sogar gehen. Nehmen wir an Sie sind auf der höchsten Führungsebene eines Unternehmens, denn ohne Executive Support geht es ohnehin nicht, dann könnten die folgenden Maximen Ihr Programm sein. Aber nicht vergessen. Nicht zu sehr auf die Gurus hören. Sie lesen jetzt (m)eine Meinung

Worauf kommt es dann also an?

  • Hab keine Angst
  • Fang an
  • Lass los
  • Stell Dich auf Überraschungen ein
  • Fördere und fordere
  • Lass dumme Regeln töten
  • Belohne die Regelbrecher und bestrafe die Besitzstandsbewahrer
  • Hör zu
  • HÖRE IMMER ZU!
  • Lerne von Jüngeren
  • Lerne von Mitarbeitern
  • Lerne von Kunden
  • Lerne von Externen
  • Lerne von anderen Unternehmen
  • Lerne von anderen Branchen
  • LERNE!
  • Werde Design Thinker
  • Extrahiere das Sinnvolle
  • Finde Deinen eigenen Weg
  • Rechtfertige Dich nicht
  • Werde einzigartig und unverkennbar
  • WIRKLICH EINZIGARTIG! (Trenne Dich also spätestens jetzt von den Gleichmachern)
  • Löse Probleme
  • Produziere herausragende Mitarbeitererlebnisse
  • Fördere Vielfalt
  • Produziere herausragende Kundenerlebnisse
  • Nutze und fördere die crowd
  • PRODUZIERE HERAUSRAGENDE ERLEBNISSE!
  • Denke mehr wie ein Mensch
  • Interessiere Dich deshalb für die Zukunft der Menschheit
  • Trage mit all Deinen Aktivitäten zu dieser Zukunft bei
  • Entwickle neue Produkte und Geschäftsmodelle
  • Sei verdammt noch mal AWESOME!
  • Setze Dir Ziele
  • Setze Dir ungewöhnliche Ziele
  • Überwache Ziele und werde jeden Tag besser
  • Etabliere den Wandel
  • DU bist am Ziel! Nein es gibt kein Ziel
  • WANDEL!
  • Sei antifragil

Schlusswort

So einfach ist das also:

Mach es, dann mit allen Konsequenzen

oder

Lass es, dann auch mit allen Konsequenzen

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Daniel Stein. Gastbeiträge müssen nicht der Meinung des Blog Autoren...

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