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8 Orte, die Sie besuchen sollten, bevor Sie die Bank der Zukunft erfinden

Ich habe hier schon einmal über Orte geschrieben.

10 Orte, die wir alle nicht oder nicht mehr gerne aufsuchen.

Einer dieser Orte war die Bankfiliale, um deren Zukunft es nicht so rosig bestellt ist.

Man könnte den Netbanker zitieren und sagen:

 

„Branches have Value, but not enough to pay the rent“

 

Nun sitzen Sie vielleicht gerade in Ihrem Büro oder Ihrem Wohnzimmer und denken über die Bank der Zukunft nach. Wenn Sie zufällig amerikanischer Bürger und unter 30 sind, dann machen Sie das, weil Sie Banken hassen.

Suchen also eigentlich etwas Besseres als eine Bank.

 

Aber wahrscheinlich sitzen Sie nur und denken.

Was kann Sie jetzt inspirieren?

Die Filiale ist es nicht mehr!

 

Den Stapel mit Marktforschungsunterlagen und Ergebnissen aus Kundenbefragungen auf dem Tisch haben Sie schon mindestens 10 mal durchforstet und natürlich keine Antwort gefunden. Oder denken Sie Kunden oder die üblichen Beratungsunternehmen könnten Ihnen sagen wie die Zukunft aussieht? Die Vergangenheit liefert keine sichere Prognose für die Zukunft. Zumal: Wir leben in der digitalen Welt! Kundenbefragungen sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

 

Sie müssen raus ins Feld.

In die freie Natur und in die digitale Welt.

Beobachten Sie, dann denken Sie nochmal und erfinden die oder eine Bank der Zukunft.

Einige Menschen würden sich freuen.

 

1. Mc Donalds

Hier können Sie sehen, dass gesunde Ernährung vor allem in Kochsendungen stattfindet. Denn der Laden ist immer voll.  Der Anteil von Menschen, die dauerhaft an nachhaltigen und damit auch teuren Finanzprodukten interessiert sind, dürfte wohl auch begrenzt sein. Das reicht vielleicht für Nischenbanken aber nicht für Banken, die auf den Massenmarkt schauen. Immer mehr Deutsche haben wenig Geld, keine Zeit und keine Lust sich mit Inhalten zu beschäftigen. Sie möchten etwas, das funktioniert, aber sie nicht belästigt oder zum nachdenken zwingt.

 

2. Starbucks

Beobachten Sie Menschen, die viel Geld für einen Kaffee ausgeben, der auch nicht besser schmeckt als woanders und die noch dazu bereit sind, sich in lange Schlangen zu stellen. Starbucks ist in erster Linie ein Ort, der eine junge Generation von Menschen anzieht, die nach Orientierung, Bedeutung und Dazugehörigkeit sucht. Starbucks ist ein sozialer Raum. Junge Menschen suchen solche sozialen Räume. Plus kostenlosem W-LAN.

 

3. H+M und Primark

Verbringen Sie einen Tag unter jungen Menschen und beobachten Sie deren Einkaufsverhalten von modischen, günstigen aber dafür wenig dauerhaften Produkten. Denken Sie diese Menschen werden sich intensiver mit Finanzthemen beschäftigen und Geld für so etwas lästiges wie Finanzprodukte oder ihre Versorgung im Alter  ausgeben? Eine Bank oder wie immer man den Finanzpartner der Zukunft nennen wird, soll eher ein unsichtbarer Helfer sein, der im Hintergrund immer dabei ist und Mehrwert bei den Finanzhandlungen des täglichen Lebens schafft. Mehrwert der nicht weh tut oder abtörnt, weil er wie Mama, Papa, Oma und Opa spricht.

 

3. Bus, Bahn und Plätze wo sich junge Menschen rumtreiben

Hier sehen Sie wie viel Zeitungen noch gelesen werden und wie viel noch miteinander kommuniziert wird. Auch junge Menschen kommunizieren miteinander. Aber sie machen das anders. Neben Mobiltelefonen werden Sie viele Kopfhörer sehen und eine deutliche Trennung zwischen jung und alt. Jung – so mein Eindruck – kommuniziert weniger mit alt als früher.Und wenn Sie die Gespräche der Jungen verfolgen, werden Sie sicherlich auch erkennen, was diese Generation umtreibt und wie wahrscheinlich es ist, dass Banking überhaupt noch ein bewusster Prozess sein darf. Über das Marketing der Banken müssen wir gar nicht mehr sprechen.

 

4. Quizduell

Alle Menschen spielen gern. Inzwischen immer und überall. Harpe Kerkeling hatte recht: Das ganze Leben ist ein Quiz und dafür gibt es auch eine App mit Namen Quizduell. In etwa so könnte das Banking der Zukunft doch aussehen. Im jedem Fall darf es Spaß machen und auf social connections setzen.

 

5. Whats App

Oder vielleicht doch eher wie Whats App. Wenn Marc Zuckerberg 19 Milliarden Dollar ausgibt, dann muss man doch mal darüber nachdenken, was sich für das Banking der Zukunft daraus ableiten ließe. Menschen wünschen sich die soziale Verbindung untereinander. Vor allem aber mit dem bereits vorhandenen Netzwerk, den engen sozialen Kreisen. Bruchfrei, idiotensicher und am besten mit den Fingern zu bedienen, das wurde durch die SMS erlernt. E- Mail und Telefonnummer statt Kontonummer und schon gar nicht BIC oder IBAN. Eigene Bedürfnisse und Interesssen im absoluten Fokus. Visuelle Verbindung und einfachen Zugriff aufs Adressbuch. Im besten Fall die Kommunikation einzelner bevorzugter mobiler Anwendungen untereinander. Aus dem Adressbuch mal eben Geld an den Freundd überweisen. Natürlich ohne Log In. Vereinfachen, vereinfachen, vereinfachen.

 

6. Instagram

Da laufen ja ganz schön viele Selbstdarsteller und Angeber rum. Aber angeben gehört wohl dazu. Letztendlich wollen wir zeigen wer wir sind, wo wir sind, was wir gerade tun und wie toll wir dadurch sind. Wiederum aber in einem eher kleinen und kontrolliertem Netzwerk. In jedem Fall gehört dem Foto und Video die Zukunft. Emotion zählt. Visuelles und emotionales Banking bitte.

 

7. Ja, auch vor das Fernsehgerät

Da sieht man wer fehlt. Viele junge Menschen. Man sieht aber auch was die jungen Menschen schauen, die nicht fehlen. Zum Beispiel Deutschland sucht den Superstar, die Berlin WG und die Köln WG und andere bizarre Sendungen auf Super RTL oder anderen Sendern. Ich kann mir die ganzen Menschen, die wir dort zu Gesicht bekommen, gar nicht bei der Erledigung von Bankgeschäften vorstellen. Aber auch in deren Leben wird Geld doch eine Rolle spielen. Man muss ihnen doch helfen. Letztendlich hängt ja alles mit allem und jeder mit jedem zusammen. Wer will schon, dass diese Teilgeneration unserer Oma ihr klein Häuschen verspielt. Was könnten wir hier also machen. Es muss einfach sein, ganz einfach, total einfach und vielleicht ein wenig bunt. Nachdenken über nachhaltige Produkte erwarte ich hier  weniger. Aber auch ohne Nachdenken könnte man Nachhaltigkeit bewirken.

 

8. In die Banken

Natürlich dürfen Sie die Banken nicht vergessen. Sie sind nach wie vor zu „important too fail“. Aber von Ihrer Flexibilität oder fehlenden Flexibilität und ihrem Einfluss wird abhängen, welche Finanzangebote uns die Zukunft bringen wird. Ich zweifle daran, dass eine irgendwo auf der Welt vorhandene Bank hier eine Revolution auslösen wird. Dafür sind ja Sie in Ihrem Büro, Wohnzimmer oder wo immer Sie sonst gerade sind zuständig. In einer Bank bekommen Sie natürlich trotzdem ganz viele Inputs und seien es nur das know how darüber wie man es zukünftig nicht mehr machen sollte.

 

In diesem Artikel zitierte Artikel

 

Sales and marketing preparing for a future without bank branches

Disruption: You better bank on it

10 Orte die wir ungern aufsuchen

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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Awesome Banking Jam

   

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