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6 Fragen: Thomas Jakel erklärt das Ideacamp?

Irgend etwas ist anders an der jungen Generation. Aber ist die junge Generation nicht immer irgendwie anders? Die Erwartungen, die an Erwerbs- und Privatleben gestellt wurden, waren schon immer in Bewegung. Allerdings haben wir es heute mit der ersten Generation von Menschen zu tun, die mit dem Internet groß geworden sind und dieses Internet als Werkzeug des sozialen Handelns nutzen. Man nennt diese Menschen „Digital Natives“ und sagt Ihnen nach, dass sie im Berufsleben eher nach Selbstverwirklichung streben, dass sie häufige Stellenwechsel als normal empfinden, experimentierfreudig sind, flexibel bleiben und ihre Karriere liebe selbst bauen anstatt vorgegebenen Pfaden zu folgen. Und auch die Trennung von Berufs- und Privatleben möchten sie am liebsten aufgehoben wissen.

S0lche Menschen finden auch neue Wege, um Selbstständigkeit und Lebensstil zu entwickeln und zu planen. Ein Ideacamp ist ein solcher Weg. Ich sprach mit Thomas Jakel und bekam viele spannende Informationen.

1. Was ist ein Ideacamp? Wie läuft ein Ideacamp ab? Und wer kann teilnehmen?

Das Idea Camp (www.ideacamp.de) ist ein bootcamp für Start-Up’s die als Musen konzipiert sind, sprich als Unternehmen, die innerhalb kurzer Zeit den Gründer finanzieren und dessen idealen Lifestyle unterstützen. Wenn ein Gründer beispielsweise monatelang um die Welt reisen möchte um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen, dann wäre ein Start-Up, das seine Anwesenheit vor Ort voraussetzt unpraktisch. Die Unternehmen die wir auf dem Idea Camp mit den Teilnehmern gründen, sollen den Inhabern also nicht nur genug finanzielle Mittel verschaffen um ihr ideales Leben zu verwirklichen, sondern eben auch zeitliche Flexibilität geben, ganz im Sinne der 4-Stunden-Arbeitswoche von Tim Ferris.

Der Prozess des Idea Camps ist relativ schnell erklärt. Am ersten Tag entwickeln wir mit den Teilnehmern Geschäftsideen, am zweiten Tag machen wir dazu Research und entwickeln Geschäftsmodelle und am dritten Tag formen wir Gründerteams und definieren die ersten kritischen Schritte, die das Start-Up im besten Fall innerhalb der ersten Woche zum ersten zahlenden Kunden führen.

Unser Ziel ist es, dass die Gründer innerhalb weniger Monate finanziell unabhängig sind. Wie wir das Geschäftsmodell im Detail mit den Gründern entwickeln, haben wir in unserem Artikel zum Rooting Framework (http://ideacamp.de/blog/2011/07/rooting-das-magische-framework-zur-unternehmensgrundung-innerhalb-weniger-stunden/ )noch mal etwas ausführlicher beschrieben, der auf unserem Blog zu finden ist.

Teilnehmen kann jeder, der sich bereits entschlossen hat etwas auf die Beine zu stellen und nicht weiter im Hamsterrad der Festanstellung rennen möchte. Egal ob jemand schon eine Geschäftsidee hat oder nicht, studiert oder in Rente ist – für uns zählt nur der Gründungswille. Schließlich sollen am Ende des dreitägigen Idea Camps möglichst viele Start-Up’s bereit stehen, aufgebaut zu werden.

 2. Wie ist Euch die Idee gekommen?

Philipp Wilhelm, Katja Andes und Kalle Eberhardt, haben im April 2011 das erste Idea Camp veranstaltet, um mit ein paar Leuten ein paar interessante Geschäftsideen zu entwickeln. Als Gastsprecher wurden damals Bastian Kröhnert und ich eingeladen, da wir bereits mit verschiedenen Start-Up’s Gründungserfahrung gesammelt hatten. Wir schlugen vor auf dem Camp nicht nur Ideen zu finden, sondern auch Geschäftsmodelle zu entwickeln und tatsächlich direkt zu gründen.

Die Fokussierung auf Lifestyle Design Businesses daher, weil wir alle für uns den idealen Lebensstil umsetzen möchten, bzw. das zum Teil schon getan haben. Und da wir mit unserem eigenen Start-Up Strandschicht (www.strandschicht.de) bereits Erfahrungen im Aufbau eines Unternehmens gesammelt haben, das den eigenen idealen Lifestyle unterstützt, war sofort klar, dass wir ein solches Leben auch für unsere Teilnehmer möglich machen wollen.

 3. Welche Ziele verfolgt Ihr mit Eurer Idee?

Im ersten Schritt möchten wir natürlich die Leute die auf das Idea Camp kommen in die finanzielle Unabhängigkeit und hin zu ihrem idealen Lebensstil begleiten. Langfristig möchten wir eine Bewegung von Menschen starten, die sich ihre Lifestyle Unternehmen aufbauen und das Leben leben, dass sie sich vorstellen. Ich bin mir sicher, dass wir damit auf viele offene Ohren stoßen.

 4. Denkt Ihr, dass junge Menschen heute noch richtig auf das spätere Leben vorbereitet werden? Wird zum Beispiel das know how oder auch nur die Einstellung vermittelt, die eigenen Ideen auch in die Tat umzusetzen und sich zum Beispiel selbstständig zu machen

Nein, leider kommen im Bildungssystem viele Dinge deutlich zu kurz. Natürlich hat Allgemeinbildung seine absolute Berechtigung. Man muss sich aber auch fragen, warum junge Erwachsene nach ihrer Ausbildung, die sie ja für den ‚Ernst des Lebens‘ wappnen soll, häufig orientierungslos sind und kaum Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt haben. Die Vermittlung von mehr praktischem know how bzw. Methoden ist dabei sicherlich ein Faktor. Noch viel wichtiger aber scheint mir, dass das Grundvertrauen der jungen Menschen in sich selbst gestärkt werden müsste. Ich glaube das jetzige Bildungssystem nimmt die Schüler zu oft an die Hand, anstatt eigene Ideen und eigene Umsetzung zu fördern.

 5. Was versteht Ihr eigentlich unter „Lifestyle Design“?

Wir verstehen darunter sich den idealen Lebensstil zu schaffen. Um herauszufinden, was mein idealer Lifestyle beinhaltet, habe ich angefangen mir ein paar der folgenden Fragen wieder und wieder zu stellen:

Mit wem möchte ich meine Zeit verbringen?,

Was möchte ich tun?‚

Wo möchte ich leben?,

Was möchte ich besitzen bzw. nutzen?.

Das hat mir geholfen herauszufinden, was für mich derzeit den idealen Lifestyle bedeutet. Jetzt arbeite ich an der Umsetzung dieses Lifestyles.

Statt ‚einfacher‘ Berufswahl geht es also vielmehr darum sich das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Letztendlich ist es dafür nicht unbedingt erforderlich ein Unternehmen zu gründen. Jemand der vor allem reisen möchte, könnte als freiberuflicher Reisejournalist seiner Berufung nachgehen und das Leben leben, das er sich wünscht. Ein Unternehmen, das einem regelmäßig Einkommen verschafft und dabei nur wenig Zeiteinsatz von Seiten des Gründers erfordert, macht es jedoch häufig leichter sich das Leben nach den eigenen Vorstellungen aufzubauen.

 6. Wie sind Eure weiteren Pläne?

Auf dem ersten Idea Camp ist ein Start-Up (https://www.wechselbutler.de/) entstanden, das sich bereits über die ersten Kunden freut. Aus dem zweiten Idea Camp sind fünf Start-Up’s hervorgegangen, von denen die ersten im November live gehen werden. Ich hoffe, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt. Erstmal geht es darum, dass wir all diese Start-Up’s in die Profitablität führen. Ich bin da aber sehr optimistisch. Ein weit schwierigerer Punkt wird es sein, aus dem Idea Camp eine Bewegung zu machen. Dazu brauchen wir noch weitere erfahrende Gründer, die in Zukunft mit das Ruder übernehmen. Bisher haben aber schon viele Freunde aus der Start-Up Szene ihr Interesse bekundet.

Ich persönlich möchte Freunden und Teilnehmern des Idea Camps helfen finanziell unabhängig zu werden. Mittelfristig wäre es für mich interessant auch Idea Camps an Schulen durchzuführen. Für nächstes Jahr plane ich eine interkontinentale Fahrradtour und meinen ersten Marathon. Außerdem suche ich derzeit nach einem humanitären Projekt, das ich unterstützen kann. Wenn sich nichts findet, was mich zu hundert Prozent begeistert, werde ich ein eigenes Projekt an den Start bringen. Was ich genau machen werde weiß ich noch nicht aber ich habe viele Ideen.

Und die private Zusatzfrage:

Habt Ihr bzw. hast Du absolute Lieblingsfilme, -bücher, – oder Musikstücke? Nennt mir doch kurz Eure/ bzw. Deine Favoriten?

Ich denke ich spreche für alle beim Idea Camp Team, wenn ich meine drei Top Bücher aus dem Business Bereich empfehle:

1. The four hour workweek von Tim Ferriss

2. Never eat alone von Keith Ferrazzi

3. Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin

Weitere Bücher aus dem Business Bereich, die ich persönlich sehr hilfreich finde, sind:

4. How to make millions with your ideas von Dan S. Kennedy

5. Getting real (was es als kostenlose Version hier (http://gettingreal.37signals.com/toc.php) gibt)

Bücher die mich in letzter Zeit sehr inspiriert haben, die aber nichts mit Business zu tun haben sind:

6. Three Cups of Tea von Greg Mortenson und David Oliver Relin

7. Way of the peaceful warrior von Dan Millman

Das nächste Ideacamp findet übrigens vom 10. bis zum 13. November statt

Ältere Interviews aus der 6 Fragen Reihe:

Matthias Schrader Interview

smava Interview

mybankrating Interview

Stockpulse Interview Teil 1

Stockpulse Interview Teil 2

Yavalu

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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