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6 Fragen an Lendstar Social Payment

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Letzte Woche ein kurzer Artikel über Lendstar. Nun ein Interview mit den Gründern.

1. Wie kommt man auf die Idee in den doch recht komplizierten Finanzmarkt einzusteigen und was hat Sie motiviert den steinigen Weg zu beschreiten?

Christopher Kampshoff:

Der Finanzsektor hat sich in den letzten Jahren immer mehr vom Endkunden entfernt. Das trifft gerade auf die Banken zu. Innovativ war der Sektor zudem eher bei der Gestaltung riskanter Derivate, aber weniger beim Kreieren neuer und besserer Lösungen für den Endkunden. So hat sich im Vergleich zu anderen Branchen, wie z.B. der Reisebranche, in der Finanzbranche leider sehr wenig verändert.

Ich habe jahrelang in der Finanzbranche gearbeitet. Dabei entstehen schnell neue Ideen, wie man etwas besser machen kann. Mit Lendstar haben wir uns nun auf den Markt fokussiert, in dem die höchste Diskrepanz zwischen Kundennutzen und Banknutzen liegt. Gleichzeitig ist dies auch ein riesiger Markt. Es lohnt sich also den steinigen Weg zu gehen.

 2. Beschreiben Sie Ihren idealen Kunden? Welches Problem hat er und welche Lösung bieten Sie ihm?

Jennifer Fizia:

Unser idealer Kunde ist Anfang 20, kritisch und verantwortungsbewusst. Er möchte seine Mittel möglichst effizient einsetzen, aber gleichzeitig aktiv sein Leben gestalten ohne auf etwas, das ihm wichtig ist, verzichten zu müssen. Gleichzeitig ist er kommunikativ und hat einen großen Freundeskreis.

Wir helfen ihm und gleichzeitig seinen Freunden, dass ihre Finanzmittel immer effizient eingesetzt werden und weder ungenutzt auf dem Girokonto liegen, noch zu knapp sind um z.B. an einem Event teil zu nehmen. Lendstar sorgt dafür, dass die Geldmittel dieses Freundeskreises immer maximal verfügbar sind und effizient genutzt werden. Dadurch sparen alle Gruppenmitglieder erhebliche Zinskosten und erleben gleichzeitig, wie ihre Gemeinschaft sie stärker und unabhängiger macht.

 3. Ist eine engere Zusammenarbeit mit Banken vorstellbar oder soll wirklich eine echte Alternative zu Banken entstehen? Eine Banklizenz wollen Sie sicherlich nicht erwerben?

Christopher Kampshoff:

Aufgrund der regulatorischen Situation werden wir mit Finanzinstituten zusammen arbeiten müssen. Diese dienen als Serviceprovider für uns. Wir wollen uns als eine echte Alternative positionieren, da wir die Möglichkeit haben unser Angebot am Kundennutzen auszurichten und keine Rücksicht auf vorhandene Produkte nehmen müssen.

Eine Banklizenz ist erst einmal nicht angestrebt, wird aber evtl. in einigen Jahren, wenn Lendstar eine entsprechende Größe erreicht hat, eine Option.

 4. Wie gehen Sie mit den Sicherheitsbedenken und Ängsten deutscher Kunden um? Könnte dies ein Showstopper für Ihr Unternehmen sein?

Christopher Kampshoff:

Rein technisch haben wir ein solides Sicherheitskonzept, das sicherstellt, dass die Daten unserer User nicht verloren gehen oder von unbefugten Dritten eingesehen werden können.

Darüber hinaus erleben wir in unserer Zielgruppe (junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren) eine große Offenheit für neue Konzepte und Ideen. Dies betrifft fast alle Lebenslagen, so auch den Umgang mit Geld. Wichtig ist, dass die Daten, die uns unsere User anvertrauen, ausschließlich bei uns bleiben. Wir werden unsere User-Daten nicht vermarkten oder an Dritte weitergeben.

Jennifer Fizia:

Natürlich setzt sich ein vollkommen neues Konzept wie Lendstar nicht über Nacht durch. Wir treffen aber auf potentielle User, die den aktuellen Status Quo in der Finanzbranche nicht mehr akzeptieren wollen. Das gilt für Deutschland, aber noch mehr für große Teile von Europa. Insbesondere in Ländern, die durch die Finanzkrise stark getroffen sind, sehen wir ein echtes Marktpotential. Die dort herrschende Situation sorgt für große Solidarität der Menschen untereinander. Lendstar ist ein Service, der ihnen hilft, diese Solidarität bei Geldthemen optimal zu organisieren.

5. Was machen Banken Ihrer Meinung nach falsch und was können Banken von Ihnen lernen bzw. was haben Sie Banken voraus?

Christopher Kampshoff:

Zu sagen, was Banken von uns lernen können, erscheint uns etwas vermessen. Unser großer Vorteil gegenüber etablierten Firmen ist, dass wir mit einem weißen Blatt Papier starten konnten und nicht auf bestehende Rahmenbedingungen und Produkte Rücksicht nehmen müssen. Wir können unseren Service so an dem einzig entscheidenden Faktor ausrichten: dem Kundennutzen. Wir bieten unseren Usern ein ganz neues Erlebnis und sind daher für sie sehr attraktiv.

 6. Wie sehen Ihre nächsten kurzfristigen Pläne aus?

Jennifer Fizia:

In den nächsten Monaten haben wir viel vor. Auf der Produktseite wollen wir die Lendstar-App erweitern und neue Anwendungsmöglichkeiten schaffen. Dies wären z.B. klassische Themen, wie die Abrechnung von Gruppengeschenken oder die Verwaltung von Gemeinschaftskassen. Letztlich ist es das Ziel, dass wir eine einfach Lösung anbieten, die für jegliche finanzielle Interaktion unter Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, WG-Mitbewohnern etc. genutzt werden kann, weil es die eleganteste und einfachste Lösung ist.

Christopher Kampshoff:

Daneben arbeiten wir zurzeit daran unsere eigene Payment-Lösung anzubieten. Diese soll unseren Nutzern den Geldtransfer in Echtzeit ermöglichen. Damit erwartet unsere User eine ganz neue Erfahrung. Wir erwarten hier ein sehr hohes Interesse. Dieser Service soll im nächsten Jahr dann mit einer eigenen Kreditkarte erweitert werden und so Lendstar in quasi jedem Geschäft weltweit einsetzbar machen.

Gleichzeitig streben wir eine Internationalisierung in die ersten europäischen Märkte an. Es wird uns also nicht langweilig werden.

Zum Schluss meiner Interviews stelle ich immer gerne eine eher private Frage. Ich versuche es mal mit einer Modefrage:

Was ist Ihrer Meinung nach die größte modische Todsünde die Männer und Frauen begehen können?

Christopher Kampshoff:

Sandalen mit Tennissocken am Strand?

Jennifer Fizia:

Bei den Männern: Sandalen mit Tennissocken – überall! Bei den Frauen: Bauchfreies Top gepaart mit Leo-Leggings – ich kenne niemanden, dem das steht!

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