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5 Bereicht in denen Fintechs und Banken miteinander kooperieren können

5 Bereiche in denen Banken und FinTechs voneinander profitieren können

Gastbeitrag von Yannick Decaumont, Managing Director von PAYMILL


 

Noch immer ist nicht ganz klar, ob die Zukunft von Banken und FinTechs von Konkurrenz oder Kooperation geprägt sein wird. Fakt ist, beide stehen speziellen Herausforderungen gegenüber. Gegenseitig könnten sie diese mit den jeweiligen Vorteilen des Anderen beheben. Inkubatoren und Accelerator Programme, wie die der Deutschen Bank oder der Commerzbank, weisen den Weg in Richtung Zusammenarbeit und stoßen auf positive Resonanz. Warum eine Kooperation langfristig gesehen in einer “Win-win-win”-Situation für Banken, FinTechs, als auch den Kunden selbst enden würde, sollen die folgenden Punkte erläutern:

 

  1. Vertrauen

Den jungen FinTechs mangelt es weltweit an Vertrauen, wie erst kürzlich eine Studie von Capgemini berichtete. Eine schlechte Voraussetzung um in Zukunft einen großen Kundenstamm aufzubauen, denn genau dies ist der Punkt, der FinTechs bisher Schwierigkeiten bereitet. Einzelne Zwischenfälle auf B2C Seite verstärken das Problem noch mehr. Erst vor kurzem deckte ein IT-Experte Sicherheitslücken beim mobile Banking Startup N26 auf. Die Kunden sind noch nicht soweit, dass sie ein FinTech als Bank ihres Vertrauens anerkennen würden. Banken hingegen verfügen über einen großen Kundenstamm und Zugriff auf zahlreiche Kundendaten. Mit der Glaubwürdigkeit und Authentizität der Banken im Rücken könnten FinTechs ihre Nutzerzahlen um einige Größenordnungen erweitern.

 

  1. Technologie

Den Vorsprung der Banken in puncto Vertrauen, können FinTechs im technologischen Bereich ausbessern. Banken fehlt das technische Know-how, ihre IT-Infrastrukturen sind veraltet. Bisher haben sie es nicht geschafft ihre Strukturen derweitig anzupassen, dass eine schnelle Integration von neuen Technologien ermöglicht wird. FinTechs hingegen verwenden die aktuellsten Technologien. IT Infrastruktur ist ihr Spezialgebiet.

 

Von der Tech-Seite kommt auf die Banken ein weiteres Problem hinzu. Mit der Blockchain könnte schon bald ihre Monopolstellung in Gefahr geraten. Diese ermöglicht es FinTech Unternehmen ihre eigene und bankenunabhängige Infrastruktur aufzubauen. Während erste FinTechs ihr Business Model bereits auf Basis der Blockchain ausrichten, hängen die Banken noch hinterher. Würden sich die etablierten Geldhäuser FinTechs als Kooperationspartner einholen, könnten schon bald Ansätze zur Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur geschaffen werden.

 

  1. Perspektive

Während Banken über Jahre hinweg dieselben Serviceleistungen anbieten, setzen sich FinTechs mit einem Perspektivwechsel auseinander. Es geht nicht darum herauszufinden, wie der Umsatz bestmöglich gesteigert werden kann, sondern, wie der Kunde ein rundum passendes Produkt erhält. Das Denken vom Nutzer her ist der Perspektivwechsel, der sich durch Startups auch im Finanzsektor ausbreitet. Ergebnisse sind Angebote und Produkte mit einer sehr guten User-Experience. Banken hinken mit eigenen, digitalen Produkten meist hinterher. Der Bedarf nach Personalisierung und Convenience im Markt wächst. Zufriedene Nutzer bedeuten im Umkehrschluss wiederum Steigerung des Umsatzes. Benutzerfreundliche Schnittstellen mit den Kunden zu generieren ist eine Kernkompetenz von FinTechs. Diese Schnittstellen sind Grundlage für Feedback, auf das im Entwicklungsprozess neuer Innovationen eingegangen wird.

 

  1. Talente

Um unter anderem die technologischen Lücken zu schließen und eine eigene IT-Infrastruktur aufzubauen, benötigen Banken auf lange Sicht junge Talente. Digital Natives gilt es nicht nur als Kunden, sondern auch als potentielle Mitarbeiter zu gewinnen. Wer weiß am besten, wie man die heranwachsend digitalisierte Gesellschaft erreicht? – die Digital Natives selbst. Mitarbeiter in FinTechs sind grundsätzlich jung und damit auch näher bei der Zielgruppe. Auf ihrer Seite mangelt es jedoch an Expertenwissen was die Erfahrungen im Finanzdienstleistungssektor angeht. Der Austausch von beidem, erfahrenen Mitarbeitern und jungen Entrepreneuren, macht die Mischung.

 

  1. Kultureller Austausch

Banken brauchen ein Verständnis für die Bedeutung von Technologie und Innovation, um mit der Digitalisierung in Zukunft mithalten zu können. Im Startup-Mindset der FinTechs ist genau dieses Verständnis verankert. Von ihrer Flexibilität und Agilität können sich konventionelle Banken einiges abschauen.

Doch auch FinTechs profitieren vom kulturellen Austausch. Gerade im Finanzsektor gibt es viele regulatorische Anforderungen. Junge Gründer stoßen schnell an ihre Grenzen, denn kleinste Prozesselemente im Business Modell, die nach gesetzlichen Regulationen nicht funktionieren, können das vorzeitige Aus bedeuten. Hier können die klassisch konservativ geprägten Banken ihre Expertise weitergeben und im Aufbau des Business Modells helfen. Etablierte Strukturen zahlen sich schließlich in einem komplexen Ökosystem, wie dem des Finanzwesens, aus.

 

Yannick Decaumont ist PAYMILL Managing Director mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in internationalem Business Management in den weltweit agierenden Finanzinstituten UBS und Credit Suisse. Er arbeitete in London, Zürich, Genf und München und positionierte sich bei der Schweizer Firma Klik & Pay als Pionier und Experte für Fintech. Seine Kernkompetenz liegt in den Themen Fintech Innovation, Digital Banking, International Finance und Business Strategy.

 

 

AUTHOR - Gastbeitrag

  • DDraum

    Stimme zu. In der Bezug auf Technologie, würde ich sagen, dass die Firmen voneinander profitieren können, indem sie virtuelle Datenräume benutzen.

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